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Wo alle raus rennen, rennen wir rein!

Dieser Spruch wird im allgemeinen mit der Feuerwehr in Verbindung gebracht, gilt aber speziell für den Atemschutz. Keine andere Gruppe der Feuerwehren arbeitet so nah am Feuer wie wir. Für uns ist es typisch, bei einer Sichtweite unter einem Meter, umgeben von giftigen Gasen, bei Temperaturen teilweise über 100°C, bis auf einen Meter ans Feuer vorzudringen und es nach allen Mitteln der (Lösch-)Kunst zu bekämpfen. Für diese aussergewöhnliche Arbeit braucht man natürlich gut ausgebildete Frauen und Männer, die dieser Aufgabe auch körperlich gewachsen sind. Die Atemschutzgruppe befasst sich nur mit der Ausbildung dieser speziellen Brandbekämpfer.

Atemschutz allgemein
Meistens wird Atemschutz zwar immer noch bei Bränden eingesetzt, er findet aber auch in anderen Einsatzsituationen, wie zum Beispiel bei Chemie- und Strahlenunfällen oder bei Unfällen auf Gewässern wo Taucher benötigt werden, seine Anwendung. Hier in Neuses beschränken wir uns auf die Menschenrettung und Brandbekämpfung.

Ausbildung
Bevor mit der Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger begonnen wird, müssen vom Bewerber einige grundlegende Voraussetzungen erfüllt werden. Zum Ersten ist eine abgeschlossene Feuerwehrgrundausbildung vorzuweisen, wie sie zum Beispiel bei der Jugendfeuerwehr vermittelt wird. Zweitens muss der Bewerber mindestens 18 Jahre alt und sowohl körperlich als auch geistig den Anforderungen gewachsen sein. Die körperliche Leistungsfähigkeit wird vor Beginn der Ausbildung von einem Arzt kontrolliert. Dieser prüft, ob körperliche Beeinträchtigungen vorliegen, die bei späteren Einsätzen eine Gefahr darstellen könnten. Hat der Arzt Zweifel an der Eignung, so endet für den Feuerwehrmann die „Karriere“ als Atemschutzgeräteträger noch bevor sie begonnen hat.
Wenn der Anwärter all diese Kriterien erfüllt, wird er auf einen 24-stündigen Lehrgang geschickt. Dort lernt er alles nötige über Atemgifte, die verschiedenen Atemschutzgeräte und die Handhabung dieser. Die Ausbildung schließt mit einer theoretischen und praktischen Prüfung ab. Besteht er sie, ist er dann „Atemschutzgeräteträger“ und kann sein erlerntes Können bei Einsätzen unter Beweis stellen.
Nach diesem Lehrgang endet die Ausbildung natürlich nicht. Um die Leistungsfähigkeit der Geräteträger zu erhalten und zu verbessern sind regelmäßige Übungen unerlässlich. Mindestens einmal jährlich muss eine Übung unter Einsatzähnlichen Bedingungen und ein Besuch der Übungsanlage des Landkreises absolviert werden. Wird dies nicht gemacht, gilt der Geräteträger als „nicht mehr Einsatzbereit“. Um auch den körperlichen Zustand zu gewährleisten, ist  im Drei-Jahres-Rhythmus die Wiederholung der medizinischen Untersuchung vorgeschrieben.

Geräte, Technik, Ausrüstung
Wie schon kurz Angeklungen gibt es verschiedene Typen von Atemschutzgeräten. Als erstes sind die Filtergeräte zu nennen. Die Bandbreite reicht hier von einfachen Staubschutzmasken bis zu ABC-Masken mit auswechselbaren Filtern wie sie zum Beispiel bei der Bundeswehr verwendet werden. Diese sind aber auf eine Sauerstoffatmosphäre angewiesen, wodurch sie für die Brandbekämpfung unbrauchbar sind. Sie werden aber bei der Feuerwehr bei Chemieunfällen eingesetzt, wo bekannt ist, welche Chemikalien ausgetreten sind und dass diese auch nicht durch den eingesetzten Filtertyp gelangen können.
Als nächste Gattung gibt es die Geräte, die über einen Schlauch Frischluft zum „Atemschützer“ befördern. Diese wären zwar zur Brandbekämpfung einsetzbar, sind aber durch ihre geringe Reichweite und der Einschränkung der Bewegungsfreiheit wenig geeignet.
Dann gibt es noch die Klasse der Geräte, die ihren Sauerstoff- beziehungsweise Luftvorrat mit sich Tragen und dadurch von der Umgebungsluft unabhängig sind. Daher spricht man hier vom „schweren Atemschutz“. Geräte dieser Bauart wiegen ungefähr 17 kg, was zugegeben nicht gerade als Federleicht bezeichnet werden kann. Auch hier gibt es eine Unterteilung und zwar in Regenerationsgeräte und in Pressluftatmer. Die Regenerationsgeräte nehmen die ausgeatmete Luft, entziehen ihr Wasser und Kohlendioxid und reichern sie mit Sauerstoff an. Die regenerierte Luft wird dann wieder der Atmung zugeführt – es entsteht also ein Kreislauf. Die Einsatzzeit dieser Geräte beträgt etwa drei Stunden und ist damit den Pressluftatmern überlegen, die nur für ungefähr 30 Minuten Luft „an Bord“ haben. Dafür sind Regenerationsgeräte sehr kostspielig in der Unterhaltung. Ihre lange Einsatzzeit macht sie aber für Grubenwehren und bei Tunnelbränden interessant.
Der bei Feuerwehren am häufigsten eingesetzte Typ ist der Pressluftatmer oder kurz PA. Hier wird anstelle von Sauerstoff Luft in die Flaschen gefüllt. Der Luftdruck erreicht dort einen Wert zwischen 200 und 300 bar, je nach Gerätetyp. In den Druckluftflaschen befinden sich ungefähr 1600 Liter Luft, was einem Gewicht von circa 2kg entspricht – Da soll noch jemand sagen, Luft wiegt ja nichts! In den Medien und im allgemeinen Sprachgebrauch werden die PA‘s mitunter als „Sauerstoffgeräte“ bezeichnet, was sie aber faktisch nicht sind.
Wir in Neuses besitzen vier Pressluftatmer, was für die Größe der Industriebetriebe in unserem Ort etwas zu wenig ist. Man sollte aber auch nicht verschweigen, dass für jeden PA, drei einsatzbereite Geräteträger zur Verfügung stehen sollten und wir für acht Geräte nicht das notwendige Personal aufbieten können.

Geräteträger bei der Feuerwehr Neuses
Unsere Atemschutzgruppe besteht Momentan aus 14 Männern und noch keiner Frau – Wir arbeiten aber an einer Vergrößerung. Geleitet wird sie von Alexander Horn als „1. Atemschutzgerätewart“ und Michael Zwingmann als Stellvertreter. In unseren Reihen befinden sich eine Vielzahl von Fachleuten aus verschiedenen Berufszweigen. Durch diese Mischung ist dafür gesorgt, dass bei nahezu allen Aufgaben, die uns gestellt werden, sachkundiges Personal zur Verfügung steht. Wir sind immer daran interessiert neue Leute für unsere Arbeit zu gewinnen. Wer also Lust hat bei uns mitzumachen, ist herzlich willkommen. Allerdings sollte der- oder diejenige auch in Neuses bei Kronach oder der näheren Umgebung wohnen. Den Kontakt mit uns kannst du direkt über unsere Homepage aufnehmen.