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Verpuffung in der Volksschule Neuses

Eine Verpuffung in der Schulküche der Volksschule Neuses, deren dichte Rauchschwaden den  -  sich im Werkraum im Keller des Gebäudes befindlichen - Kindern  die Sicht vernebeln und den Weg versperren sowie ein Schulleiter, der im Obergeschoss der Schule lautstark um Hilfe ruft – Dieses Schreckensszenario stellte am Freitag Abend  die Freiwillige Feuerwehr Neuses in Zusammenarbeit mit den Wehren aus Hummendorf, Thonberg, Johannisthal und Kronach nach. Die Großübung erfolgte im Rahmen der bayernweiten Feuerwehr-Aktionswoche 2009, die heuer unter dem Motto „Jeder kann helfen – komm mach mit!“ steht. Eindrucksvoll wurde dabei der Bevölkerung und den verantwortlichen Funktionsträgern von Feuerwehr und Politik die Leistungsfähigkeit der Retter in der Not veranschaulicht. Die Vorgangsweise erläuterte der 1. Vorsitzende der FFW Neuses Michael Zwingmann.

Nachgestellt wurde die keineswegs utopische Ausgangssituation einer Verpuffung im Keller, die zu einem Brand und der völligen Verqualmung des Gebäudes führt. Der Abschnittsleiter KBM Roland Schedel benachrichtigt die Feuerwehr, die ihrerseits Alarm auslöst. Während ein Großteil der Kinder - wie bei den turnusmäßig abgehaltenen Übungen an der Schule geprobt - nach dem Ertönen des Schulalarms die Fluchtwege nutzen und sich auf dem Sammelplatz auf dem Pausenhof-Gelände einfinden, werden mehrere Schüler im Werkraum vermisst. Aus eigener Kraft können sie sich aufgrund der Rauchentwicklung nicht befreien. Der Kommandant der FFW Neuses Jürgen Fiedler gibt sowohl seinen   Kameraden, als auch den - ebenfalls alarmierten - umliegenden Wehren Instruktionen. Während sich die Atemschutztruppen ausrüsten, verhindern bei dem flankierenden Angriff parallel hierzu andere Kameraden ein Übergreifen des Feuers auf die Nachbargrundstücke. Mittels der Drehleier gelingt es schließlich, alle vermissten Kinder und den Schulleiter unverletzt zu befreien.

Der Vorsitzende hieß insbesondere den 1. Bürgermeister der Stadt Kronach Wolfgang Beiergrößlein, Kreisrätin Barbara Seubold, die Ehrenmitglieder seiner Wehr sowie die Kreisbrandmeister Martin Panzer, Thomas Müller und Roland Schedel willkommen. Sein Dank galt allen beteiligten Wehren, dem Schulleiter Albert Schirmer mit seinem Team und insbesondere den Schülern, die sich abseits des Unterrichts freiwillig an der Schauübung beteiligt hätten. Weiter bedankte er sich bei der Stadt Kronach  für die Überlassung des Übungsobjektes. Wie er ausführte, handele es sich bei den tüchtigen Helfern vor Ort um ehrenamtliche Bürger. Diese hätten es sich  zur Aufgabe gemacht, in Not geratenen Mitmenschen schnell zu helfen, an 365 Tagen im Jahr - egal ob Sonn- oder Feiertag. Da sich leider immer weniger Freiwillige für den Dienst am Mitmenschen entschieden, habe seine Wehr mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Schon ab dem 14. Lebensjahr könnten Jungen wie Mädchen der Feuerwehr beitreten. Voll des Lobes über den Verlauf der Übung und der Kooperation der einzelnen Kameradschaften zeigte sich 1. Kommandant Jürgen Fiedler. Viel Applaus erntete dieser für seine Ankündigung, den beteiligten Kindern einige Leckereien vom Pausenverkauf spendieren zu wollen. Laut Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein sei es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass im Katastrophenfalle, aber auch bei kleineren Einsätzen bestens ausgebildete Fachkräfte bereit ständen. Sein Dank galt - auch im Namen aller Stadt- und Kreisräte - vor allem der Führung der einzelnen Wehren. Schulleiter Albert Schirmer bedankte sich bei der Stadt Kronach für das Verlegen des Fluchttreppenhauses nach außen sowie die neue Planung der Fluchtwege, wofür sich der ebenfalls anwesende Uwe Koch vom Bauamt Kronach hauptverantwortlich zeichne. Die Grüße von KBR Joachim Ranzenberger sowie KBI Matthias Schuhbäck übermittelte KBM Martin Panzer, der den hohen Ausbildungsstand der Wehren im Landkreis Kronach würdigte. Bezüglich der Volksschule Neuses regte er das Errichten einer befestigten Gasse mit Rasengittersteinen an, um einem evtl. „Einsinken“ der Einsatzfahrzeuge entgegenzuwirken.

Spende:
Im Rahmen der Großübung teilte Vorsitzender Michael Zwingmann mit, dass die Aktiven seiner Wehr der Schule Brandmelder gespendet hätten, die bereits im Gebäude installiert worden seien.