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Die Geschichte der Feuerwehr

Vor über 125 Jahren wurde unter der treibenden Kraft des damaligen Bürgermeisters Otto Schmidt und des Lehrers Joseph Arneth die Freiwillige Feuerwehr Neuses als Schutztruppe zur Rettung der Dorfbewohner und ihres Hab und Gutes bei Katastrophenfällen gegründet. Der damaligen Führung gehörten an:

 Vorsitzender:  Joseph Arneth
 Kommandant: Georg Hummel sen.,
 Zeugwart:      Michael Erhardt
 1.Zugführer:   Georg Erhardt,
 2. Zugführer:  Johann Gäßlein,
 3. Zugführer:  Georg Hummel jun.

Als Domizil stand der Wehr das „Spritzenhaus“ von 1874 und an Ausrüstung eine 1872 angeschaffte Saug- und Druckspritze zur Verfügung. Das Löschwasser wurde aus den zahlreichen Brunnen im Ort und der Rodach entnommen. Für den Transport der Gerätschaften sorgten die Ochsen- bzw. Pferdebesitzer und ab 1919 die ersten Neuseser Autobesitzer. Innerhalb der nächsten 20 Jahre zog die Wehr zweimal um: Bis 1927 war sie in der Rodachstr.in dem heutigen Dorfmuseum untergebracht. Danach entstand das dritte Feuerwehrhaus am Flößerplatz. Ein kleines Türmchen auf dem Haus diente als Schlauchtrockenanlage.
Während des Dritten Reiches musste sich der Verein auflösen. Das Reichsgesetz über das Feuerlöschwesen aus dem Jahre 1938 unterstellte die Feuerwehren der Oberhoheit von Polizei und SS.

Am 13. Mai 1950 wurde er zum zweitenmal gegründet. Der Führung gehörten an: Kommandant Heinz Franke, 1.Vorsitzender Hans Eichhorn, Schriftführer und Kassier Georg Hummel.

In den folgenden Jahren stieg die Einwohnerzahl bedingt durch die Flüchtlinge in Neuses an. Hinzu kam die beginnende Industrieansiedlung. Beides brachte neue Herausforderungen für die Neuseser Wehr. Sie musste sich den damit gewachsenen Anforderungen hinsichtlich Ausrüstung und Ausbildung anpassen. Auch diese schwere Aufgabe wurde von der jungen Wehr bewältigt. Die Stadt Kronach zog 1952 die Neuseser Wehr in den Alarmplan ein.

Erst die Verlegung von Wasserleitungen im Jahr 1954 löste die Probleme mit der Löschwasserversorgung. Bis 1955 diente ein Hornsignal als Feuermelder. Es wurde durch eine moderne Feuersirene auf dem alten Schulhaus ersetzt.

Anfang der sechziger Jahre zeichnete sich immer mehr ab, dass der Feuerschutz durch den Einsatz der überalterten Spritze auf Dauer nicht mehr gewährleistet werden konnte. Mit dem einachsigen Anhänger hatten die Männer keine leichte Aufgabe. 1967 erhielt die Wehr ihr langersehntes erstes Löschfahrzeug.
1970 kam es zum Führungswechsel: Der 1. Vorsitzende Hans Eichhorn legte sein fast 20 Jahre lang ausgeübtes Amt nieder. 1. Vorsitzender wurde Johann Erhardt  und Dieter Reinhard 1. Kommandant. Eine glückliche Wahl, wie sich bald herausstellte. Hauptsächlich Dieter Reinhard ist es durch seine Tatkraft, Motivationsfähigkeit und seinem Weitblick zu verdanken, dass die Wehr einen ungeahnten Aufwärtstrend erlebte.

1973 bezog die Wehr ihr jetziges Feuerwehrhaus. Der Bau war nötig, da der Platz für das neue Löschfahr-zeug nicht mehr ausreichte und auch die Schlauchtrocknung nur unzureichend möglich war. Die Männer der Neuseser Wehr leisteten beim Bau über 4000 ehrenamtliche Arbeitsstunden.

Das 100-jährige Jubiläum im Jahre 1978 gehört wohl mit zu den schönsten Ereignissen in der Vereins-geschichte. Der beeindruckende Festumzug, an dem 56 Gastwehren teilnahmen, war ein Beweis für den Kameradschaftssinn der Wehr.

Auch das Jahr 1989 ist der Wehr in besonders guter Erinnerung. Das alte Löschfahrzeug musste nach über 20 Jahren verschrottet werden und wurde durch ein neues  vom Typ LF 8 ersetzt. Bei der Wahl der Ausstattung richtete man sich überwiegend nach den gestiegenen Anforderungen beim Brand- und Rettungseinsatz in den angesiedelten Industriebetrieben. Dieses zeigte sich auch in den Anforderungen in der Ausbildung. So waren es nötig, in der Neuseser Wehr Atemschutzgeräteträger zur Verfügung zu haben. 1991 vollzog sich nach zwei Jahrzehnten ein Führungswechsel. Ehrenkommandant Dieter Reinhard legte sein  Amt als 1. Kommandant nieder. Jürgen Fiedler übernahm für ihn das Ruder.

1993 erweiterte die Wehr ihren Fuhrpark um einen Mannschaftstransporter Typ 11/1. Das gebrauchte Polizeiauto wurde in mehr als 200 mühevollen Arbeitsstunden von den Kameraden umgebaut.
Um dem rückläufigen Trend in der aktiven Gruppe entgegen zu wirken und dem Wunsch einiger selbstbewußter Frauen zu entsprechen, aktiv in der Feuerwehr Dienst zu leisten, wurde den Damen der Weg zur Aufnahme geebnet. Am 12.8.97 kam es zur Gründung der ersten Damenlöschgruppe.

1999 rückte als erste Frau in der Geschichte der Neuseser Feuerwehr Ulrike Richter bei Einsätzen mit aus.

1998 legte Ottmar Hummel nach 18jähriger Dienstzeit als 1. Vorsitzender aus beruflichen Gründen sein Amt nieder. Mit der Wahl von Michael Zwingmann als 1. Vorsitzender und Roland Schedel als sein Stellvertreter vollzog sich der Generationswechsel in der Vereinsführung.

Dank der Spendenbereitschaft der Neuseser Firmen und Privatpersonen konnte die Ausrüstung der Wehr in den letzten Jahren um ein Lüfteraggregat zur Steigerung des Einsatzes in besonders verqualmten Räumen, sieben Funkmeldeempfängern, einer Tragkraftspritze als Ersatz für die 30 Jahre alte Pumpe sowie einer dringend benötigten Tauchpumpe TP 4/1, die hauptsächlich bei Hochwasser und bei überfluteten Kellerräumen zum Einsatz kommt, erweitert werden.

Auf Aus- und Weiterbildung wird besonders viel Wert gelegt. Bereits aus dem Jahr 1939 liegt eine Urkunde vor, die der Neuseser Wehr den dritten Platz im ersten Leistungswettkampf der Freiwilligen-Feuerwehren Bayerns 1939 im Landkreis Kronach bescheinigt. Seit 1967 nehmen die aktiven Kameraden regelmäßig an Leistungsprüfungen teil. 1983 konnte die Neuseser Wehr stolz vermelden, dass sie die einzige Feuerwehr im Kreis war, bei der 8 Männer auf einmal die Endstufe 3/5 erreichten.

Im Jahr 1983 wird die Jugendfeuerwehr Neuses mit dem Ziel gegründet, Jugendliche in der Wehr zu integrieren, sie mit Aufgaben zu betrauen, Kameradschaftsgeist und Interesse zur Bereitschaft im Dienst des Nächsten zu wecken. Bis 1995 befand sich die Jugendwehr im Aufwärtstrend. Es konnte so gar eine dritte Gruppe gegründet werden. Dann ließ das Interesse spürbar nach. Um die Situation zu verbessern, wurde 1998 die Altersgrenze für den Eintritt in die Wehr von 14 auf 12 Jahre gesenkt. Kurzfristig stellten sich Erfolge ein, doch im Jubiläumsjahr 2003 gilt es wieder in der Jugendarbeit Fuß zu fassen: Mehr Jungendliche zu begeistern aktiv im Gemeinwohl tätig zu werden und dabei auch noch Spaß zu haben.

Die Feuerwehr, so auch die Freiwillige Feuerwehr Neuses, hat ihren festen Platz in der sozialen Gemeinschaft und erfüllt auf freiwilliger Basis wertvolle Dienste zur Schutz der Bevölkerung . Sie wird getragen von dem freiwilligen Dienst und den Persönlichkeiten, die es verstanden haben, sich über Jahre mit Engagement für die Feuerwehr einzusetzen. Es beispielhaft mit Anerkennung verbunden, dass unser Ehrenkassier Volker Soutter 48 Jahre dieses Amt ausgeübt hat.